Wenn man schon mal da ist, muss man auch fischen gehen. Nach diesem Motto wurden 3 Tage des Urlaubs zum Fliegenfischen genutzt. Zugegeben hätten es mehr sein können. Aber diese wenigen Tage haben auf jeden Fall das mitschleppen der Ausrüstung gerechtfertigt.
An Tag 1 ging es auf eigene Faust von der Mincho’s Lodge an den Rio Simpson. Schließlich kann man einen solchen Bilderbuchnachmittag nicht einfach verstreichen lassen, wenn man in einer Lodge 5 Minuten zu Fuß von diesem Fluß wohnt.
Der Abschnitt gilt als nicht sehr attraktiv, aber es war eine schöne entspannte Fischerei.
An Tag 2 ging es dann richtig los mit Sebastian, unserem Guide. Wir fuhren eine gute Stunde flußabwärts und gingen mit eine Boot auf den Rio Simpson. Der Fluß ist ein Traum in vielerlei Hinsicht. Sauber, landschaftlich toll gelegen, voller Idylle und Ruhe, mit gutem Fischbestand und sehr abwechslungsreich. Hier kann man alles erleben was einen Fluß auszeichnet.
Wir bereiteten 2 Ruten vor. Eine #7 mit Sinkschnur zum streamern und eine Rute #5 mit Schwimmschnur für die Trockenfliege. Beide Varianten können hier sehr erfolgreich und je nach Flußabschnitt eingesetzt werden.
Erstes Highlight war dann eine schöne Forelle auf Trockenfliege in einer ruhigen Seitenströmung. Weitere Fänge folgten.
Aber schnell war auch klar, da aufgrund des unglaublichen Wetter der letzten Tage (blauer Himmel, kein Wind und mehr als 30 Grad) die Fische sehr heikel sind. Daher galt es die besten und feinsten Tippets auszupacken und Fliegen ab max. Hakengröße #18 einzusetzen.
Dazu galt: Der erste Wurf muß perfekt präsentiert werden!
Die Fischerei war klasse und anspruchsvoll und so verging ein 13 Stunden Angeltag wie im Flug.
An Tag 2 ging es zunächst an den Rio El Toqui. Flußaufwärts versuchten wir es nach einigen Versuchen mit Maifliegen dann mit großen Terrestrials. Und diese waren an diesem Tag sehr erfolgreich. Dieser Fluß zeichnet sich durch viele kleinere Rinnen und Pocketwater aus. Hier konnten wir viele schöne Bach- und Regenbogenforellen überlisten. Diese Art der Fischerei war vollkommen ander als am Vortag aber genause spannend und schön.
Ein Highlight war gegen Mittag ein Pool in welchem wir mind. 40 große Königslachse beobachten konnten, welche sich hier ausruhten auf Ihrem Weg weiter flußaufwärts. Und sprang auch noch genau vor unserer Nase einer dieser majestätischen Fische in hohem Bogen aus dem Wasser.
Nach einem entspannten Lunch mit Pancho und Sebastian ging es weiter an den Rio Manuhuales.
Auch dieser Fluß ist wieder wunderschön in die Natur eingebettet und genial zu befischen. Wir trafen auch hier wieder kampfstarke und toll gewachsene Forellen. Dieses Mal, wie schon teilweise am El Toqui fingen wir mit einer Kombi aus Terrestrial und Nymphe. Diese Art der Fischerei hat sich als sehr spannend und sehr effektiv erwiesen und paßt ideal zur Befischung von mittel bis tiefen Seitenströmungen.
Insgesamt tolle Tage in einer wunderbaren Umgebung mit sehr freundlichen und natürlichen Menschen.
Sebastian und Pancho sind zu erreichen unter Fly Fish Patagonia.
Pancho bewirtschaftet mit seiner ebenso netten Frau Alejandra zudem die Los Torreones Lodge, welche wunderschön gelegen ist am Rio Simpson. Und von Ihnen einfach nur traumhaft ist.
Und nicht zu unterschätzen: Zum Abendsprung kann man einfach kurz noch mal an den Fluß, wenn es einen noch einmal packt.